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Wüstenlandschaften im hohen Norden, fruchtbare Täler in Zentralchile, Seen und Vulkane im Süden und ewiges Eis in Patagonien. Manch ein Besucher schwärmt von Chile, vor allem von Patagonien und davon, dass er noch nie etwas Schöneres gesehen hat. enziano hat für euch die fünf besten Trekkingrouten in Chile unter die Lupe genommen. Die Liste kann noch schier endlos weitergeführt werden.

Nationalpark Torres del Paine / Patagonien

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Ein Logenplatz in Patagonien – Blick auf die gewaltigen Granittürme (Foto: Steffi Schindler)

Der Nationalpark Torres del Paine gilt als das Mekka für Trekkingtourismus. Vor allem in den Sommermonaten Dezember bis März herrschen auf den Trekkingrouten welche die bekanntesten Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden Hochbetrieb. Zu Recht, denn die drei gigantischen und einmaligen Granitblöcke Torres del Paine sind ein Naturwunder und wurden zum UNESCO-Weltnaturerbe erkoren. Die klassische W-Route wird von den meisten Touristen und Gruppen bewandert und führt während vier Tagen durch eine eindrucksvolle Landschaft mit Blick auf eisige Gletscher. Dabei sollte man sich vom Touristenstrom nicht abschrecken lassen, denn die Torres del Paine sind wirklich ein Besuch wert.

Wer dem Trubel dennoch entgehen möchte, sollte sich für die etwas weniger überlaufene O-Route entscheiden, welche jedoch auch anspruchsvoller ist. Das Trekking dauert rund acht Tage und überschneidet sich zum Teil mit der W-Route. Am besten ist es, Patagonien außerhalb der Hochsaison zu besuchen. Eine Reise im Frühling, in den Monaten September bis November, ist die ideale Alternative. Das Wetter ist ähnlich wie im Sommer, etwas kühler, und es ist faszinierend der Landschaft beim Erwachen aus dem Winterschlaf zuzusehen.

Von Santiago de Chile kann man direkt in die Stadt Punta Arenas fliegen, welche Ausgangspunkt für den Nationalpark ist. LanChile fliegt die Destination mehrmals täglich an. Puerto Natales verfügt über ein gutes Bussystem welche die Wanderer bei der Unterkunft abholen und in den 122 kilometer entfernten Park transportieren.

Das Nationalreservat Cerro Castillo / Patagonien

Blick über das Tal von Coyhaique (© Depositphotos.com/vale_t)
Blick über das Tal von Coyhaique (© Depositphotos.com/vale_t)

Bei Bergsteigern und Kletterern gilt Cerro Castillo bereits als die neuen Torres del Paine und der Geheimtipp um abseits touristischer Pfade Patagonien zu entdecken. Ein imposanter Berg, welcher seinem Namen alle Ehre macht und wie ein Schloss in der Landschaft liegt. Cerro Castillo ragt 2.675 Meter über dem Meeresspiegel majestätisch in den Himmel. Das Nationalreservat Cerro Castillo liegt in etwa 70 Kilometer südlich von der Stadt Coyhaique und zählt 180‘000 Hektar wilde, geschützte Natur. Vor allem die steilen Felsen sollen ein Paradies für Kletterer sein. Die wunderschöne Wanderung durch Buchenwälder, an Flüssen vorbei, mit Blick auf die Gletscher und (noch) sehr wenigen Besuchern, erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Wer den Cerro Castillo noch in seinem etwas unbekannteren Zustand kennenlernen möchte, sollte sich schon bald auf den Weg machen, um diesen Geheimtipp zu erkunden, bevor dies auch Millionen andere tun.

LanChile fliegt mehrmals täglich von Santiago de Chile nach Coyhaique. Das Trekking dauert etwa vier Tage und startet von Villa Castillo aus, wo man auch geführte Touren buchen kann.

Circuito de los Condores / Region del Maule

Der Enladrillado Trail (© Shutterstock.com/Bihrmann)
Der Enladrillado Trail (© Shutterstock.com/Bihrmann)

Ein weiteres Highlight für Trekkingfreunde ist der Circuito de los Condores in der Region del Maule. Eine sehr anspruchsvolle Route und obwohl Karten für den Trek erhältlich sind, empfiehlt es sich einen Führer zu engagieren. Das Trekking dauert in etwa acht Tage und braucht gute Planung. Schon allein deshalb ist ein Führer mit Pferd empfehlenswert. Die Wanderung durch dichte Wälder, wilde Flüsse und blaue Seen, sowie der Blick auf verschneite Berge und Vulkane lohnen sich, diese anstrengende Tour auf sich zu nehmen. Vor allem für Menschen, welche hohen Wert auf Einsamkeit legen, ist dieses Trekking ideal. Massentourismus ist hier ein Fremdwort.

Falls es etwas weniger anspruchsvoll sein soll, ist es auch möglich, nur Teilstrecken von dem Circuito de los Condores zu begehen. So der Enladrillado Trek, welcher alleine begangen werden kann, doch nicht mit weniger spektakulären Naturschönheiten überrascht. Die Route kann in einem oder zwei Tagen gemacht werden und führt über Andenpässe und neben der einsam da liegenden Laguna del Alto vorbei.

Die Touren werden von der Stadt Talca aus organisiert, welche circa drei Stunden von Santiago de Chile entfernt und mit dem Bus zu erreichen ist.

Trekking auf den Vulkan Villarica / Region Araucania

Vulkan Villarica
Vulkan Villarica – Region Araucania – Chile

Chile zählt über hundert Vulkane im ganzen Land, davon sind rund 50 aktiv. Der populärste und meistbesuchte ist wohl der Vulkan Villarica, in der Nähe von Pucon, welcher 2847 Meter über Meer liegt. Eine Vulkanbesteigung ist ein Trekking der ganz besonderen Art, und da der Villarica aktiv ist, sollte man sich unbedingt mit einem Führer auf den Weg machen. Nicht nur der Sicherheit wegen, sondern auch um etwas über den Vulkan und seine Geschichte zu erfahren. Für die Besteigung wird eine Sonderausrüstung benötigt wie Helm, Steigeisen, Eispickel und Handschuhe, welche von den Führern und Touranbietern zur Verfügung gestellt werden. Die Sonne ist intensiv und daher sollte der hohe Sonnenschutzfaktor nicht fehlen. Die Anstrengungen lohnen sich, denn oben angekommen wird man mit dem Blick in den imposanten Krater belohnt..

Gute Kleidung sowie gute Kondition sind Voraussetzung. Das Trekking dauert rund vier Stunden. Pucon ist am besten mit dem Bus von Santiago aus zu erreichen. Diese sind bequem und meist günstig. In der Hochsaison (Dezember bis März) steigen die Preise um ein Vielfaches an. Die Busse sind in einem sehr guten Zustand und die Busgesellschaften legen Wert auf hohe Sicherheit. Eines von zahlreichen Unternehmen ist Turbus.

Ein weiterer Tipp und deutlich weniger besucht, jedoch nicht weniger lohnenswert, ist der Vulkan Peteroa in der Region del Maule. Doch auch hier sind Steigeisen, Pickel und je nach Route auch ein Seil, sowie Erfahrung und gute Kondition nötig. Vor allem die Landschaft und die Aussicht auf dem Gipfel sind fantastisch. Auch diese Besteigung ist nur mit einer Tour zu empfehlen, welche in Talca gebucht werden kann.

El Morado Gletschertrekking / Region Metropolitana Santiago

Cajon de Maipo (© Depositphotos.com/ jjuncadella)
Cajon de Maipo (© Depositphotos.com/ jjuncadella)

Das Berggebiet Cajon del Maipo ist für seine vielfältige Flora und Fauna bekannt und ein Paradies für Outdoorfans. Hier kann man Klettern, Bergsteigen, Reiten oder sich auf einfache Wanderungen begeben. Die Landschaft ist magisch und zeichnet sich, besonders im Sommer, durch eine vielfältige Flora und Fauna aus. Durch das Maipo-Tal begibt man sich zu der Lagune El Maipo und schließt mit dem Highlight am Cerro Francisco Gletscher ab. Während dem Trekking wird man von gigantischen Viertausendern der Zentralanden umgeben.

Wer keine Lust auf Touristenströme hat, sollte den Cajon del Maipo ausserhalb der Hauptsaison (Dezember bis März) besuchen. Die Region kann gut ohne Führer erkundet werden und ist in einem Tag zu schaffen. Es gibt Busse, welche von Santiago aus nach Baños Morales, dem Eingang des Nationalparks fahren. Zelten im Park ist nicht erlaubt.

Wunderschöne Gletscher, etwas weniger touristisch und durchaus lohnenswert, sind der Gletscher San Rafael, welcher Teil vom Nord-patagonischen Eisfeld ist, sowie der Gletscher Ventisquero Colgante in der Aysén Region, welcher durch seine imposante Form fasziniert.

Tips und Hinweise für Chile

Gute Kondition und eine gute Ausrüstung sind bei Trekkings in Chile selbstverständlich. Ein hoher Sonnenschutzfaktor gehört mit ins Gepäck.

Eine tolle Packliste für Trekkings in Patagonien, insbesondere für die Torres del Paine findest du hier. Sehr nützlich auch für alle anderen beschriebenen Destinationen.

In der Hauptsaison sollte man Hotels/Hostals und Tickets frühzeitig reservieren.

Auf eigene Faust erkundet, sollte man für die Touren ein Zelt mitnehmen. Tourveranstalter stellen im Normalfall ein Zelt zur Verfügung. In Coyhaique und Talca können Zelte gekauft werden, die Preise sind jedoch ähnlich wie in Deutschland, wenn nicht sogar teurer.

Die große Höhe kann für Europäer ungewohnt sein, manche Nationalparks und Ausflugsziele liegen auf Höhen von 4000-5000 Metern. Übelkeit, Sonnenstich, Unterkühlung oder Hitzeschlag müssen ernst genommen werden. Früh morgens kann es in hochgelegenen Gebieten kalt sein, bei Sonnenaufgang können die Temperaturen unter 0° Grad liegen, und wenige Stunden später bei 20-30 Grad. Im Süden Chiles sind die Wandergebiete nicht ganz so hoch gelegen, das Klima ist aber wechselhaft und regnerisch. In Patagonien kann man an einem Tag vier Jahreszeiten erleben.

Warst du schon in Chile? Wo sollte man unbedingt mal hin oder würdest du gerne hin?

5 KOMMENTARE

  1. Toller Bericht. Nach meinem Besuch im Torres del Paine in Patagonien und der Atacama-Wüste im Norden von Chile war mir eh schon klar, dass das nicht mein letzter Besuch war. Euer Artikel bestätigt das nur :) Vielen Dank für die Verlinkung meiner Packliste.
    Liebe Grüße
    Steffi

  2. Schöner Bericht! Wir sind seit ein paar Tagen wieder zurück und haben in Chile den gesamten Norden und einen kleinen Teil im Süden besucht. Im Valle de los Condores wurden übrigens viele Routen geschraubt, es ist mittlerweile das größte Klettergebiet in Chile mit 200 oder noch mehr Routen.
    Ansonsten kann ich im Süden auch ein Trekking bei Cochamó voll empfehlen. Insektenschutz ist eine gute Idee :-)

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