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Habt ihr schonmal Palmenklettern ausprobiert? Oder vielleicht in unseren gefilden eher Baumstammklettern, falls ihr gerade keine Palme zur Hand habt ;-)


Achtung, diese Technik ist nicht geeignet für Menschen mit zarten Fußsohlen. Es besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr durch Abrutschen. Verbrennung oder Schürfwunden können die Folge sein. Immer nur so hoch klettern das die Kraft auch zum Herunterkommen reicht (oft schwieriger als rauf)! Wer sich unsicher fühlt, sollte sich vielleicht durch einen Partner sichern lassen, denn wenn man auf Bäume klettert, kann man auch immer runterfallen! Also Vorsicht!


Der Baum

Zunächst gilt es einen Baum zu finden, der möglichst gerade und ohne Verzweigungen im unteren Teil gewachsen ist. Ein Baum der Schief steht erschwert diese Technik, da zusätzlich auf das Gleichgewicht geachtet werden muss, also immer einen senkrechten Baum vorziehen. Eine grobe Maserung des Stamms ist am Anfang sehr hilfreich. Waldkiefern haben oft einen sehr geraden jedoch auch sehr glatten Stamm, Buchen sind aufgrund ihrer rauen Borke vorzuziehen. Der Durchmesser sollte am Anfang etwa ¾ der Schulterbreite betragen.

Die Schlinge

Die Schlinge ist natürlich am besten aus Kokosnussfasern geflochten, diese sind besonders rau. Sisalseile sind rau, Hanfseile glatter aber auch stabiler, beide kann man sich im Baumarkt besorgen und sind gut geeignet. Bandschlingen eignen sich aufgrund ihrer großen Auflagefläche, allerdings muss darauf geachtet werden sie anschließend nicht mehr als Sicherung einzusetzen, also markieren oder lieber zwei Meter Sisal aus dem Baumarkt besorgen.

Die Länge des Seils muss etwa 4,5 Mal die Länge der Schulterbreite sein, also sollten die meisten mit etwa 2 Meter auskommen. Die Enden des Seils werden mit einem Achter verbunden, um eine einfache Schlinge zu bilden.

Die Grundstellung

Man überprüft am einfachsten die korrekte Länge indem man die Schlaufe zweimal um Ellenbogen und Handfläche legt. Es sollte noch ein bisschen Platz bleiben. Diese doppelte Schlinge nimmt man nun zwischen beide Hände und formt eine Acht. Die Füße werden in die Schlaufe gesteckt und das Seil soweit wie möglich am Spann entlang zum Knöchel gezogen. Das Gesicht zeigt zum Baumstamm Schultern und Füße sind immer parallel. Es ist fortlaufend wichtig eine größtmögliche Spannung des Seils mit den Füßen aufzubauen. Eine Hand (Rechtshänder bevorzugt die rechte) greift den Baum von hinten, die andere direkt vor dem Gesicht von vorne.

seil-fuer-baumstammkletternhanfseil-zum-baumstammkletternvorbereitungDer Ansatz

Wichtig ist, bevor es nach Oben geht einen stabilen Stand am Baum aufzubauen. Aus der Grundstellung springt man nun mit den Füßen etwa auf Hüfthöhe an den Baum, die Hände werden dabei nicht bewegt, lediglich Spannung aus den Unterarmen unterstützt das Nachziehen der Beine. Sobald das Seil den Stamm berührt, wird das volle Gewicht auf die Beine verlagert. Die Fersen werden vom Baumstamm weg gespreizt, so dass die Fußballen zusätzliche Spannung aufbauen. Bei einem stabilen Stand sind die Arme vollkommen entlastet, lediglich die hintere Hand hindert einen daran rückwärts vom Baum zu fallen. Das gesamte Körpergewicht wird von den Füßen getragen die mit den Sohlen komplett am Baum anliegen.

Dieser Schritt sollte so oft geübt werden, bis er jedes Mal auf Anhieb funktioniert und man sich sicher und stabil am Stamm fühlt. Er beinhaltet alle weiteren Schritte und sollte unbedingt beherrscht werden, bevor man ihn in größerer Höhe ausprobiert.

grundstellungschlinge-anlegenDas Hinaufklettern

Der nächste Schritt ist das Aufrichten des Oberkörpers durch Strecken der Beine. Die Hände gleiten den Stamm entlang und weiterhin lastet das gesamte Gewicht auf den Füßen und dem Seil. Die Hände greifen erneut den Stamm auf Schulterhöhe und die Beine werden schwungvoll so weit wie möglich nachgezogen und wieder wie im ersten Schritt gegen den Baum gestemmt. Sobald die Füße den Stamm belasten, können die Arme langsam entspannt werden. Aus dieser Position kann man sich aufrichten oder tief in die Hocke setzen ohne den Halt zu verlieren. Es bleibt einem sogar eine Hand frei um eine Kokosnuss zu pflücken!

kompr003wie-ein-affe-den-baum-hochbaumstammkletternhoch-auf-die-palme-kletternDas Hinunterklettern

Hinunter geht es in genau umgekehrter Reihenfolge. Es ist schwieriger die Spannung wieder aufzubauen als beim Hinaufklettern und benötigt mehr Kraft. Wer nicht genug Schwung hat um wieder Spannung mit den Füßen aufzubauen, kann auch den Baum fest mit Oberkörper und Armen umklammern, die Füße langsam am Stamm hinabrutschen lassen und bei gestreckten Beinen wieder Spannung aufbauen

Achtung: Nicht vollkommen das Seil entspannen, sonst besteht die Gefahr das es herunterfällt und man gar nicht mehr vom Baum kommt, ausserdem sichergehen das man genug Spannung hat um sich wieder auf die Füße zu stützen, sonst kann man ins Rutschen kommen und sich leicht die Fußsohlen verletzten.

 

Also viel Spass dabei und ab jetzt immer ein entsprechendes Seil mit in den Urlaub in wärmere Gefilde mitnehmen!

Palmenklettern
Beim Klettern auf eine richtige Palme am Strand

 

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