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In den Bergen sieht man immer mehr Leute, die mit Actioncams unterwegs sind und ihre Abenteuer auf Video dokumentieren. Oft vermutet man eine GoPro, doch es gibt auch weitere Anbieter, die solch winzige Action Kameras anbieten.

Eine davon ist die CX Gold von Activeon, die wir heute hier in einem Test vorstellen dürfen. ACTIVEON ist in den USA bereits sehr bekannt und möchte jetzt auch den europäischen Markt erobern.

Die CX Gold macht Fotos und Videos in Full-HD (1.080p bei 60 FPS) und hochauflösende Fotos mit 16 Megapixeln. Sie wurde extra für Sportler entwickelt und verspricht verwacklungsfreie Aufnahmen mithilfe von digitalen Bildstabilisatoren. Die Kamera hat eine Echtglaslinse mit einer Blende von f/2,4 und einen hochauflösenden CMOS-Sensor.

Details

  • Video: Full HD 1080p 60fps
  • Foto: 16 Megapixel CMOS Sensor
  • Echtglaslinse Blende F=2,4
  • Integriertes WiFi
  • 2.0 Zoll LCD-Display mit Touchscreen
  • Live View mit dem Smartphone
  • Wasserdicht
  • DIS (Digitaler Bildstabilisator)
  • Batterie: 1100mAh / Laufzeit ca. 2 Std
  • Gewicht: 70 Gramm
Activeon CX Gold
Die Activeon CX GOLD von vorne direkt nach dem Öffnen der Verpackung
Actionkamera Activeon
Activeon CX Gold von der Seite

Der erste Eindruck – Lieferumfang

Das Auspacken der Kamera macht bereits Spaß und wir sind gleich gespannt zu sehen, was alles im Lieferumfang dabei ist und wie leicht sich die Kamera direkt ausprobieren lässt. Die Cam macht beim ersten Eindruck einen sehr edlen Eindruck. Das Gehäuse ist wie der Name „Activeon CX Gold“ schon aussagt goldfarben, hat zwei große Knöpfe zur Bedienung und ein Touch-Display.

Actioncam Activeon Zugehör
Der Lieferumfang der Actioncam

Im Lieferumfang inbegriffen sind die Kamera selbst, ein wasserdichtes Gehäuse (bis 40 Meter Tiefe), eine abnehmbare komplett verschlossene Rückwand und eine offene, die Touch ermöglicht. Außerdem findet man in der Box ein USB-Kabel, einen Akku, eine SD Karte, eine Klebehalterung (z.B. für den Helm), ein Schraubstück zum Befestigen der Halterung zusammen mit dem Verbindungsstück (auf dem Foto bereits mit dem Gehäuse verbunden) und 2 Anleitungen.

Praxistest Activeon CX GOLD

Den ersten kleinen Test machen wir bei einer Wanderung im Chiemgau, im stoßfesten Gehäuse ist die Kamera handlich und sie passt gut in die kleinen Fächer im Rucksack oder in die Hosentasche und ist schnell griffbereit. Da wir jetzt für den Anfang noch keinen „Selfie Stick“ oder ähnliches haben, basteln wir die Cam zum Ausprobieren einfach mal an einen Wanderstock und testen auf weiteren Touren auch ob sich die Actionkamera mit einem Gummiband am Brustgurt des Rucksacks befestigen lässt. Funktioniert und ist simpel, aber natürlich gibt es jede Menge Zubehör, wie Selfiestick, Brustgurt, Helmhalterung oder Halterung für den Fahrradlenker.

Fernsteuerung per App

Auf der einen Seite finde ich die App-Steuerung eine coole und einfache Möglichkeit. Vor allem wenn man die Kamera oben auf dem Helm oder sonst wo an seinem Sportgerät fix befestigt hat. Jedoch verbraucht der WIFI-Spot einiges an Akkuleistung von der Kamera und natürlich auch vom Smartphone. Üblicherweise schalten wir unser Handy unterwegs komplett in den Flugmodus und nutzen nur die Offlinefunktion der enziano App mit GPS. Mit der Kamera sind wir „gezwungen“ mein WLAN aktiv zu lassen und verbrauchen dadurch mehr Akku.

Die Actioncam im Test auf Mallorca

Unseren Test starteten wir auf unserer Reise durch die Tramuntana auf Mallorca. Zusätzlich zu unserer normalen Kamera hatten wir die Activeon Actioncam mit im Gepäck. (Siehe auch unsere Packliste für Mehrtagestouren) Geplant haben wir kurze Videos und Panoramafotos, die wir vielleicht später in einem Blogartikel zu den Wanderetappen einbinden können.

In der Praxis bewähren sich vor allem das Gehäuse und die einfach zu startende Videofunktion. Die Drucktasten des Gehäuse reagieren natürlich nicht ganz so empfindlich, wie man es sonst von den direkten Knöpfen einer Digitalkamera gewohnt ist. Dennoch hat man schnell den Dreh heraus wie tief sie gedrückt werden müssen um auszulösen. Auch die Menüsteuerung ist über die beiden Knöpfe möglich.

Die Kamera kann sowohl per Touchscreen gesteuert werden, als auch über zwei große Drucktasten an der Oberseite. Die linke Taste wechselt den Modus zwischen Foto, Video, Vorschau und Einstellungen und die Rechte dient je nach Modus zum Auslösen eines Fotos, zum Starten und Stoppen des Videos oder zur Auswahl des Menüs. Wenn man den linken Knopf länger als zwei Sekunden gedrückt hält, kommt man in ein weiteres Menü wo man die verschiedenen Aufnahmemodi (z.B. Outdoor, Wasser, Bewegung, etc. wechseln kann)

Das Menü der Activeon Action Cam lässt sich per Touchscreen oder über die Hard-Buttons bedienen
Das Menü der Activeon Action Cam

Am Touchscreen kann man weitere Menüfunktionen durch wischen von links, unten oder rechts anzeigen und dort dann per Touch-Tap oder die Knöpfe navigieren.

Während der Videoaufnahme wird der verbleibende Speicherplatz auf der SD Karte als Restaufnahmezeit angezeigt. Man sieht also sehr gut wie viele Minuten man noch filmen kann. Wir haben uns zusätzlich eine 32 GB SD-Karte gekauft, als wir bemerkt haben, dass die Videozeit mit der mitgelieferten Karte doch sehr begrenzt ist. Alternativ hat man aber die Möglichkeit die Videos und Fotos auf das Smartphone zu synchronisieren und kann sich so ebenfalls mehr Platz schaffen.

Die Kamera hat einen integrierten digitalen Bildstabilisator und gleicht damit auch kleine Wackler beim Filmen und Fotografieren aus. Die verschiedenen Aufnamemodi, die am Touchscreen durch einen Rechts-Swipe oder langes Drücken des linken Knopfs erreichbar sind, sind speziell auf Outdoor, Indoor, Wassersport, Motorrad / Mountainbike, Wintersport / Skifahren, Tauchen und Nachtmodus ausgelegt.

Die Videofunktion im Test beim Wandern

Da wir auf unserer Wanderung keinen speziellen Brustgurt dabei hatten, haben wir die Cam mit einem Gummiband direkt am Brustgurt des Rucksacks befestigt. Diese Konstruktion ermöglicht frontale Videos während dem Laufen ohne die Kamera in der Hand halten zu müssen. Leider wackelt die Kamera dann immer etwas mit.

Actioncam am Brustgurt des RucksacksWir haben in unserem Praxistest deutlich bessere Resultate erzeugt wenn wir die Kamera direkt in der Hand gehalten haben. Man gleicht automatisch mit dem Arm die Stöße etwas aus. Sehr gut funktioniert auch der Selfiestick.

Die Videofunktion im Test am Mountainbike

Bei den Accessoirs von Activeon gibt es ein gute MTB-Halterung für die Actioncam, die sich sehr einfach am Lenker befestigen lässt. Mit zwei Schrauben zum Fixieren und extra Gummiauflagen sitzt das Teil bombenfest. Praktisch ist, dass man die Kamera selbst mit einer extra Schraube jederzeit von der Halterung lösen kann und so nicht immer die gesamte Halterung abbauen muss.

activeon-cx-gold-mountainbike-lenker-halterung
Activeon CX Gold mit Mountainbike-Halterung

Vorne auf dem Lenker des Fahrrads montiert lässt sich die Cam auch mit den Drucktasten oder direkt per Touchscreen steuern. Auch in der Sonne sieht man relativ gut, was gerade im Bild aufgenommen wird.

Während einer Mountainbike-Testtour auf die Ratzinger Höhe haben wir die Aufnahme jeweils für interessante Passagen und Trails gestartet. Vorab wurde der „Bike“ Modus gewählt, der vermutlich für schnelle Bewegungen und wacklige Aufnahmen gedacht ist. Ein Pluspunkt: Nach einer gewissen Zeit geht das Display der Kamera in den Ruhemodus um Akku zu sparen, die Aufnahme läuft weiter.

Auf geraden Strecken und flachen Schotterpisten macht die Kamera gute und auch relativ ruhige Aufnahmen. Sobald es jedoch auf dem Singletrail holperig wird hilft auch die digitale Wackelkorrektur nicht mehr. Viele Löcher, Wurzeln und Erschütterungen sind klar auf dem Video sichtbar und müssten vermutlich im Nachhinein nochmal bearbeitet werden.

Zusammenfassend kann ich die MTB-Halterung nur loben, sitzt gut und die Kamera ist einfach an- und abzubauen.

Die Fotofunktion der Actioncam

Durch den Weitwinkel lassen sich besonders schöne Weitblicke und Aussichten  erfassen. Hier seht ihr ein Beispiel mit Blick auf das Cap Formentor auf Mallorca.

Foto mit ActiveonInsgesamt sind die Fotos der Kamera von guter Qualität und wer sich das Gewicht einer weiteren Kamera sparen will ist auch mit der Activeon Cam für Schnappschüsse gut ausgerüstet.

Akkulauftzeit und Micro-SD Karte

Während unserer mehrtägigen Wanderung haben wir die Kamera immer mal wieder eingeschaltet und dann ein 10-15 Minutenvideo gemacht. Wir kamen auf eine ungefähre Aufnahmezeit mit einer Akkuladung von ca. 2 Stunden. Man sollte auf Touren also immer wieder den Batteriestand im Blick haben, so dass man auch alle geplanten Aufnahmen machen kann. So seid ihr jederzeit einsatzbereit und könnt schöne Situationen in der Natur, Sportaktionen und eure Kletter- oder Wanderpassagen filmen.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die mitgelieferte SD-Karte. Wir finden es zwar super, dass überhaupt eine dabei ist – jedoch haben wir vor der Reise nicht darauf geachtet, dass wir mit der enthaltenen 8 GB Karte (und den Standardeinstellungen zur Qualität) nur ca. 1 Std. und 7 Minuten Video drehen können. Wir haben dann unterwegs auf eine 32 GB MicroSD Karte aufgerüstet. Auf dieser können insgesamt ca. 4,5 Std. Video aufgenommen werden. Natürlich lässt sich der Speicherplatz noch weiter ausreizen wenn man an der Videoqualität, FPS oder anderen Einstellungen dreht oder die Synchronisation mit dem Smartphone nutzt.

Unser Tipp für die Speicherung der Daten: Gleich von Anfang an mit einer größeren Micro SD Karte (z.B. 16 oder 32 GB) starten. Damit seid ihr variabler und könnt einiges an Videomaterial aufzeichnen. Wer auf dem Smartphone genug Speicherplatz hat, kann mit der App die Videos und Fotos auf auf das Handy übertragen und sich so mehr Speicherplatz auf der Kamera verschaffen.

Effekte und Farbfilter

In den Videoeinstellungen hat man die Möglichkeit sowohl die Auflösung, die Framerate als auch die allgemeine Videoqualität zu wählen. Ein extra Timelapsemodus ermöglicht coole Videos ohne viel Nachbearbeitung am PC. Beim Timelapse sollte man  die Kamera entweder auf einem Stativ oder sonstigem fixen Untergrund platzieren.

Die erweiterten Fotoeinstellungen ermöglichen normale Fotos, einen Burst-Shot der gleich mehrere Bilder nacheinander macht und neben dem Timelapsemodus auch einen Countdown-Timer. In den Effekteinstellungen gibt es direkte Filtermodi wie Schwarz-Weiß, Sepia, Rot, Blau oder natürliche Farbfilter die sowohl auf Videos als auch auf die Fotos angewendet werden.

Die Aufnahme lässt sich auch „upside-down“ drehen, falls man die Actionkamera unten an einem Skateboard oder sonstigen Sportgeräte befestigen will.

Menü und Einstellungen

Da wir sehr großen Wert auf intuitive Software und Geräte legen, waren wir auf den ersten Blick wirklich begeistert. Zwei Knöpfe, ein Menü, alles klar! Nur im Laufe der Nutzung haben wir irgendwann die Sport-Modi vermisst und uns gewundert was das kleine Schwimmer-Icon im oberen linken Eck wohl zu bedeuten hat. Wir sind schlussendlich darauf gekommen: Die Pfeile auf dem Touchscreen sind keine „Horizontlinien“ sondern repräsentieren die eingeklappten Menüs. Durch einen Swipe von links nach rechts lässt sich also noch ein weiteres Menü aktivieren. Und siehe da, dort sind die Sportmodi und andere Einstellungen versteckt. Nach dem Lesen der Gebrauchsanweisung wissen wir nun: man kann natürlich sowohl über den Touchscreen als auch über die App und durch langes Drücken der zweiten Optionstaste diese Modi ändern.

Zubehör zur Activeon Actionkamera

Zum Befestigen an einem Helm enthält der Lieferumfang eine Halterung mit Klebestreifen, die wir noch nicht getestet haben. Beim Hersteller gibt es noch viele weitere Accessoires um die Kamera am Fahrrad, außen am Auto, auf dem Surfbrett oder mit Kopfband oder Brustgurt zu befestigen.

Wünschenswert wäre noch eine Schlaufe mit der man die Kamera zum Beispiel ums Handgelenk sichern kann, falls sie einem doch mal aus der Hand fällt. Wir haben uns mit einem um den Gelenkfuß geknoteten Band geholfen.

Activeon-Zubehoer
Activeon Zubehör (Foto: http://www.activeon.com/de/products/accessories/)

Live View mit dem Smartphone und integriertes WiFi

Um die Kamera mithilfe der kostenlosen App für iOS und Android fernzusteuern bedarf es nur wenigen Handgriffen. Man muss an der Kamera den WLAN Spot aktivieren und sich auf diesen dann mit dem eigenen Smartphone einwählen. Die Kamera erkennt automatisch diese neue Verbindung und auch die App zeigt unter „Activeon Connect“, dass die Cam verbunden ist. Man hat nun in der App eine eigene Oberfläche um die Kamera mit der LiveView-Funktion in Echtzeit zu steuern. Man kann zwischen den Sportmodi wechseln, ein Foto machen oder die Videokamera starten. Es lassen sich komfortabel alle Einstellungen der Kamera verändern.

Das Handy und die App bleiben mit der Kamera verbunden solange die WiFi-Funktion des Smartphones aktiv bleibt. Man kann also das Handy jederzeit aus der Tasche ziehen und die Kamera (z.B. oben am Helm) wieder aktivieren oder ein Foto schießen. Einziger Nachteil ist, wenn das Smartphone nach einer gewissen Standbyphase die WiFi-Funktion deaktiviert und sich somit von der Kamera trennt. Die Kamera beendet dann ebenfalls ihren WLAN Spot und man kann sich dort nicht mehr automatisch einwählen ohne an der Kamera selbst den WLAN-Spot erneut zu aktivieren. Für kurze Videos ist die App-Steuerung sehr komfortabel und erleichtert spontane Video und Fotoshoots.

Zudem können die Videos und Fotos auf dem Smartphone gesichert und auch direkt von unterwegs in den sozialen Netzwerken geteilt werden.

Activeon CX Gold

269,99
Activeon CX Gold
9.25

Funktion & Bedienung

9/10

    Lieferumfang

    8/10

      Design & Optik

      10/10

        Preis-Leistung

        10/10

          Vorteile

          • - Einfache Bedienung
          • - Robustes Gehäuse
          • - Spaßfaktor
          • - Größe

          Nachteile

          • - Akkulaufzeit beim Filmen könnte noch etwas länger sein
          • - Kleine SD-Karte

          Fazit

          Insgesamt macht die Activeon CX Gold einen sehr guten Eindruck. Sie ist handlich, robust und macht gute Fotos und Videos. In unserem Praxistest besticht die einfache Handhabung und das mitgelieferte wasserdichte Case. Der Akku hält gut einen Tag für mehrere kleiner Aufnahmen durch, sollte Abends jedoch immer aufgeladen werden. Wer viele Videos machen will sollte sich ebenfalls wie wir eine größere MicroSD Karte zulegen. Die Videoqualität ist gut aber ist erwartungsgemäß beim Wandern und natürlich auch beim MTB fahren nicht ruckelfrei. Wir können die Kamera (auch als GoPro Alternative) gut weiterempfehlen.

          Viele Grüße,
          Stephanie & Patric

          Hinweis: Die Activeon CX Gold wurde uns vom Hersteller für den Test zur Verfügung gestellt, was jedoch keine Auswirkung auf die Ehrlichkeit des Testberichts hatte.

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