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Dieser Artikel wurde von unserem Wanderführer Autor Michael Will geschrieben.

Lanzarote, die älteste der Kanarischen Inseln, ist vor rund 16.000.000 Jahren entstanden. Die zu Spanien gehörende Vulkaninsel hat 213 km Küste, ist die nördlichste der 7 Kanarischen Inseln und liegt rund 130 km von der marokkanischen Küste entfernt. Von ihrer südlichen Nachbarinsel Fuerteventura trennt Lanzarote ein Meeresarm von knapp 11 km an seiner engsten Stelle. Die Fläche von Lanzarote beträgt 795 km²; bei 62 km Länge und 21 km Breite. Bei den meisten Wanderungen auf Lanzarote kann man immer den Atlantik sehen. Niemals geht der Eindruck verloren, dass wir uns auf einer Insel befinden. Lanzarote überzeugt durch eine beeindruckende Vielfältigkeit: schwarzsandige und weißsandige Strände, Barrancos – die Lebensadern der Insel, imposante Vulkane, die zahlreichen Weinanbaugebiete sowie ein reiches Angebot an Kultur und Sehenswürdigkeiten. Daher möchte ich euch die folgenden 10 Berge und 9 Wanderungen besonders ans Herz legen:

01 Peñas del Chache mit 672 m Höhe – Die höchste Erhebung

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Blick auf den Peñas del Chache (Foto: Michael Will)

Im Norden der Insel befindet sich das 15 km lange Risco de Famara Bergmassiv, mit seinem bis zu 600 m hohen steilen abfallenden Klippen. An seinem höchsten Punkt befindet sich ein militärisches Sperrgebiet mit einer Radarstation. Somit ist leider die Besteigung des höchsten Gipfels der Insel nicht möglich.

02 MONTE CORONA 609 M – der höchste zu besteigende Berg

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Blick auf den Monte Corona (Foto: Michael Will)

Wir besteigen einen klassischen Vulkan der Neuzeit, den 20.000 Jahre alten Monte Corona. Der Anstieg führt durch zahlreiche Weinfelder, Gemüse aller Art sowie nicht bewirtschaftete Felder und zeichnet sich durch eine sehr üppige Vegetation aus. Beginnend am Nordostkrater, umrunden wir auf einer spektakulären Wanderung den nahezu kreisrunden Vulkan einmal auf seinem Kraterrand. Während der gesamten Wanderung genießen wir eine 360-Grad-Panoramarundsicht mit allem, was der Norden der Insel zu bieten hat.

| Mittelschwer | Länge 3,5 km | 1:40 Std. | Anstieg 246 m | Abstieg 246 m |

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03 Atalaya de Femés 608 m – der erste Wachtturm der Insel

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Blick auf den Atalya de Femés (Foto: Michael Will)

In der Entstehungsgeschichte von Lanzarote erhob sich der Vulkan Atalaya de Femés im Ajaches Nationalpark als Erstes aus dem Meer. Das 15-20 Millionen Jahre alte Bergmassiv entstand durch die Aufeinanderschichtungen dünnflüssigen Basalts aus Lavaflüssen und Vulkanschlacken in größtenteils subhorizontaler Anordnung. Zu Beginn existierte nur ein Schildvulkan, der sich in der 1. Stufe der vulkanischen Entstehung der Insel im Miozän herausbildete. Wie ein Wachtturm steht der dritthöchste Berg der Insel mit 608 m über dem Meeresspiegel oberhalb von Femés. Übersetzt man das Wort Atalaya vom Spanischen ins Deutsche, so heißt es Wachtturm. Und tatsächlich wurde der Vulkangipfel auch als Piratenausguck genutzt. Damit macht der Berg seinem Namen alle Ehre, denn von dem Gipfel überblickt man die gesamte Südinsel, wie aus einem Wachtturm.

| Mittelschwer | Länge 9,7 km | 3:15 Std. | Anstieg 330 m | Abstieg 330 m |

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04  Montaña de Guardilama 603 m – Wanderung Mitten im Weinanbaugebiet

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Blick auf die Montaña de Guardilama (Foto: Michael Will)

Der Startpunkt unserer Wanderung liegt im Herzen des Weinanbaus von Lanzarote, in La Geria. Vorbei führt die Strecke an der über drei Jahrhunderte alten Bodega Rubicón und weiteren drei Bodegas. Dabei befinden wir uns mitten in einem schier endlosen Meer von bis zu 3 m tiefen Mulden und Rebstöcken. Wir besteigen einen der Top-Aussichtsberge von Lanzarote, die Montaña de Guardilama. Blickt man von diesem Aussichtsberg in die Tiefe, so wird einem sehr schnell klar, warum wir uns im größten Weinanbaugebiet der Kanarischen Inseln befinden. Kein weiterer Berg versperrt die 360°-Rundsicht: So sieht man im Norden das Timanfaya-Gebirge, im Osten den höchsten Berg der Insel, den Penas del Chache, im Süden die Orte Puerto Calero sowie Puerto del Carmen und im Westen den dritthöchsten Berg der Insel, den Atalalya de Femès. Eine Einkehr in der Bodega El Chupadero – am Ende der Wanderung – rundet diesen Tag ab und macht ihn zu einem besonderen Erlebnis.

| Mittelschwer | Länge 7,7 km | 2:30 Std. | Anstieg 350 m | Abstieg 350 m |

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05 Montaña Blanca 596 m – Hausvulkan von Puerto Del Carmen

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Blick auf den Montaña Blanca (Foto: Michael Will)

Er wird auch der weiße Berg genannt, da er im Gegensatz zu all den schwarzen Vulkanen der Neuzeit – wir sprechen über die Ausbrüche von 1730-1736 und 1824 – ein helles Aussehen hat. Wie bei uns Menschen ist die Farbe ein Indiz für den Reifeprozess. Alle Vulkane der Neuzeit werden in Jahrmillionen auch weiß werden. Ihr Gestein weist heute noch Farbnuancen auf, die durch die Hitze während des Vulkanausbruchs entstanden. Das Kalziumkarbonat in der Luft bewirkt diesen Wandel im Laufe der Zeit. Aufgrund der sehr geringen Niederschläge auf Lanzarote schreitet dieser Prozess jedoch nur sehr langsam voran. So lässt sich erklären, warum die älteren Vulkane der Insel ein helleres Aussehen annehmen. Weitere typische Beispiele sind die Caldera Blanca und die Montaña Blanca.

| Mittelschwer | Länge 5 km | 1:40 Std. | Anstieg 330 m | Abstieg 330 m |

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06 Los Helechos 581 m – Aussichtsreiche Besteigung

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Blick über Haria zum Los Helechos (Foto: Michael Will)

Ganz im Norden von Lanzarote befindet sich der Ausgangspunkt der Wanderung, das kleine Dorf Máguez in der Gemeinde von Haria. Von der sehenswerten Iglesia de Santa Barbara geht es auf Wirtschaftswegen und Teilstücken des Camino de Gayo bis zum Gipfel. Die Landschaft um den Gipfel ist geprägt von vulkanischer Aktivität und andauernden Erosionsprozessen. Informationstafeln am Wegesrand machen hier die Erdgeschichte lebendig. Der Rückweg führt vorbei an Maisfeldern, Kartoffelfeldern, Kakteen und Agaven.

| Leicht | Länge 7,65 km | 2:30 Std. | Anstieg 318 m | Abstieg 318 m |

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07 La Quamada 562 m – Rundweg um den Vulkan La Quamada de Orzola

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La Quamada de Orzola (Foto: Michael Will)

Diese landschaftlich sehr reizvolle Rundwanderung führt über Wirtschaftswege um den Vulkan La Quamada de Orzola, dem nördlichsten von fünf Vulkanen. Vorbei geht es an zahlreichen Weinfeldern, Gemüse aller Art, nicht bewirtschafteten Feldern und einer sehr üppigen Vegetation. Aufgrund der Höhe und dem hier wehenden Nordost-Passat findet man hier ein raueres Klima vor als auf der restlichen Insel. Anfang Dezember ergänzen Kartoffelpflanzen, Erbsen und einige Zucchinipflanzen das bereits satte Grün. Wie überall auf Lanzarote ist auch hier das Landschaftsbild geprägt durch Mauern aus aufgestapeltem Lavagestein. Diese dienen dem Schutz vor den Winden, aber auch als Wasserspeicher, da das Gestein den vorbeiziehenden Wolken Feuchtigkeit entzieht.

| Leicht | Länge 5,3 km | 2:07 Std. | Anstieg 218 m | Abstieg 218 m |

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08 Hacha Grande 561 m – Einer der Alpinisten-Gipfel sowie ein versteckter Traumstrand

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Blick von Süden auf den Hacha Grande (Foto: Michael Will)

Die Vulkane im Ajaches-Nationalpark sind die geologisch ältesten auf Lanzarote und damit der Ursprung der Entstehungsgeschichte der Insel. Diese Tour im Süden von Lanzarote ist extrem beeindruckend, weil sie die Gegensätze zwischen Meer und Bergen in einer einmaligen Landschaft vereinigt. Es wird einer der alpinsten Gipfel der Insel bestiegen, bevor wir auf einem seiner Bergrücken 3,3 km und 560 Höhenmeter direkt bis zum Meer absteigen. So gelangen wir zu einem versteckten Traumstrand mit schwarzem Lavasand und einer tollen Bademöglichkeit. Diese Wanderung ist ein besonderes Erlebnis!

| Schwer | Länge 10 km | 4:00 Std. | Anstieg 730 m | Abstieg 730 m |

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09 Pico Redonda 561 m – Das schnelle Gipfelglück

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Der Pico Redonda von Osten (Foto: Michael Will)

In der Natur liegt die Kraft. Bei dieser faszinierenden Wanderung durch die sanften Hügelketten im Ajaches-Nationalpark kann man richtig viel neue Energie tanken. Die Wanderung beginnt bei der Iglesia de San Marcial de Rubicón in dem Bergdorf Femés. Nach einem kurzen Anstieg folgt ein Höhenweg mit spektakulären Ausblicken in die 400 m tiefer liegende El-Rubicón-Ebene bis hin zum Playa Blanca. Bei guter Fernsicht kann man sogar Fuerteventura ausmachen. Dann erfolgt die spannende Besteigung des zweithöchsten Berges im Süden von Lanzarote, bevor es auf dem gleichen Weg zum Ausgangspunkt zurückgeht.

| Mittelschwer | Länge 5,3 km | 1:47 Std. | Anstieg 200 m | Abstieg 200 m |

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10 Montaña Tamia 550 m  – Besteigung Eines unbekannten Vulkans

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Blick auf den Montaña Tamia (Foto: Michael Will)

Eine der einfachsten Touren auf Lanzarote beginnt in dem verträumten Dorf Tao. Es liegt im Zentrum der Insel Lanzarote und gehört zur Gemeinde Teguise. Das Landschaftsbild wird geprägt von einem offenen Steinbruch, in dem Lapilli gefördert wird. Außerdem thront hier der Vulkan Montaña Tamia, den wir heute besteigen wollen. Die Wanderung führt zunächst durch fruchtbare und bewirtschaftete Felder, bis wir eine 340°-Umrundung auf dem Krater machen. Auf der Wanderung ergeben sich immer wieder schöne Stellen, den Blick in die Ferne schweifen zu lassen.

| Leicht | Länge 4 km | 1:20 Std. | Anstieg 280 m | Abstieg 280 m |

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Alle Touren findet ihr natürlich auch in der enziano App:

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Zum digitalen Gesamtpaket Lanzarote von Michael Will:

Übersichtsseite Paket Lanzarote

Viel Spaß beim Wandern auf Lanzarote wünscht euch das ganze enziano-Team!

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