Zwei Kinder und regelmäßig Wandern gehen, da muss man sich so einiges einfallen lassen. Oft wandern wir mit Kraxe, und der 4-jährige wandert schon gut selbst. Manchmal hat er aber dann nicht ganz so viel Lust. Damit wir dann trotzdem losziehen können, haben wir nun einen Kindersportwagen, den Qeridoo Kidgoo 2 Pro. Sind beide Kinder müde, oder wollen wir als Eltern einfach mal ein Stück zügig vorankommen, so setzen die Kids in den Wanderbuggy und legen den Laufschritt ein!

Details

  • Als Kindersportwagen zum Wandern, Joggen, Inlinerfahren oder als Fahrradanhänger nutzbar
  • für 2 Kinder (als Kidgoo 1 auch für ein Kind erhältlich)
  • Blattfederung in Kombination mit Dämpffederung
  • Leergewicht: 19,5 kg
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 60 kg
  • Radgrößen: Laufrad 20″, Buggyrad 8,5″
  • Maximale Durchfahrtsbreite: 81 cm
  • Höhe Kabine: 95 cm
  • Schiebegriffhöhe: 58-120 cm
  • Stauraum Kofferraum: ca. 45 Liter
  • Max Kindesgröße: 116,5 cm
  • verfügbare Farben: petrol oder grau

Der erste Eindruck

Auf den ersten Blick erscheint der Kidgoo 2 Pro sehr schnitting und sportlich. Das Material ist hochwertig, gut verarbeitet und unsere Variante glänzt in einem edlen grauton. Der Wagen selbst wirkt nicht sehr breit, obwohl er ja für zwei Kinder ausgelegt ist. Man sollte damit auch gut durch Kellertüren durchkommen. Bei uns passt er problemlos durch alle Türen durch, nur an der kleinsten Tür wird es bis auf ein paar Millimeter eng, er geht aber durch. Die Reifen und das Gestänge machen ebenfalls einen sehr stabilen Eindruck und es klappert oder wackelt nichts.

Praxistest des Qeridoo Kidgoo 2 Pro

Der Aufbau

Der Wagen ist innerhalb von ca. 30 Minuten komplett aufgebaut und einsatzbereit. Eine detaillierte Beschreibung und Aufbau-Videos unterstützen dich dabei. Knifflig ist nur das initiale Ausklappen des inneren Gestänges. Dort braucht es etwas Kraft und ggf. auch eine zweite Person. Im Alltag nach mehrmaligem Aus- und Einklappen für den Transport im Auto geht das aber auch allein problemlos. Ein paar extra Minuten sollte man für die Einstellung und Feinjustierung der beiden Scheibenbremsen einplanen. Die Scheibenbremsen sind bereits fix und fertig vormontiert und die Einstellung der Bremskraft lässt sich problemlos durchführen. Man braucht ca. 2-3 Versuche bis die Bremsen auf beiden Seiten gleichmäßig stark greifen.

Der Kidgoo 2 Pro kann mit der separaten Anhängerkupplung natürlich auch als Fahrradanhänger verwendet werden. Dazu wird vorne statt den Stangen für das Joggerrad die einzelne Stange mit Kupplungsstück eingeführt und eingerastet.

Verwendung des Qeridoo Kidgoo 2 als Kindersportwagen zum Wandern

In der Aufbauvariante als Kindersportwagen zum Wandern haben wir direkt das Joggerrad montiert, mit dem der Wagen einen sehr stabilen Lauf hat und kaum kippen kann. Unsere Eindrücke findet ihr im folgenden Video und in diesem Artikel.

Joggerrad für den Qeridoo Kidgoo

Beiliegend ist für den Kidgoo 2 Pro sowohl eine Kupplungsstange für das Fahrrad, ein wendiges kleines Vorderrad für den Stadtgebraucht als Kinderwagen und das separate Joggerrad. Das Joggerrad kann einfach mit zwei Stangen eingeklickt werden und ist innerhalb von zwei Minuten montiert. Für den Transport im Auto kann es nötig sein das vordere Rad abzubauen.

Handbremse und Scheibenbremsen

Der Wagen verfügt über jeweils eine Scheibenbremse auf jeder Seite die über einen Handgriff bedient werden. Zusätzlich ist ein Fußpedal montiert, das sehr praktisch als feststellbare Bremse zum Parken fungiert. Man kann also unterwegs sehr schnell den Wagen komplett fixieren und hat direkt die Hände frei für andere Dinge. Besonders die Parkbremse hat es uns angetan da der praktische Nutzen direkt auf den ersten Touren am Berg ersichtlich wurde.

Schlaufe und Gurt für die Sicherheit

Als Zubehör liefert Qeridoo zwei Sicherheitsschlaufen mit. Die eine ist eine Handgelenksschlaufe die sich besonders dazu eignet beim Bergabgehen den Wagen nicht zu verlieren. Die zweite längere Schlaufe ähnelt einem Klettersteigset und ist federnd flexibel in der Länge. Als doppelte Sicherheit am Berg oder spezieller beim Joggen kann diese Schlaufe um die Hüfte und am Wagen fixiert werden. Dieses Joggerband ist auch besonders praktsich beim Inlinern.

Zweiersitz mit 5-Punkt-Gurt

Im Innenraum hat der Qeridoo Kidgoo2 eine bequeme Sitzbank mit 2 Plätzen. Jeder Platz hat einen 5 Punkt-Gurt und eine Kopfstütze. Die Kopfstützen lassen sich über das Klettsytem verstellen oder abnehmen, falls das Kind z.B. beim Fahrradfahren einen Helm trägt. Die Rückenlehne hat eine angenehme Neigung. Sie ist leicht nach hinten geneigt, und der Kopf eines schlafenden Kindes fällt nicht nach vorne. Die oberen Gurte sind in der Höhe verstellbar für unterschiedlich Große Kinder. Als maximale Körpergröße gibt Qeridoo 116,5 cm an. Für Babys, die noch nicht selbständig sitzen können, kann man eine Hängematte dazubestellen.

Für unseren Großen mit 4 Jahren und ca. 100 cm Körpergröße, wird es schon etwas enger. Er findet es aber trotzdem sehr bequem und sitzt gerne im Kindersportwagen. Die Gurte lassen sich problemlos schließen, könnten aber noch etwas länger sein, damit sie sich leicher anlegen lassen.

Das Klicksystem zum Anschnallen ist seh gut gemacht. Die beiden Stecker der Gurte lassen sich auch einzeln einklicken. Der Gurt kann anschließen über das Band, das unter der Sitzbank herauskommt enger gezogen werden. Eine kleine Schnalle gibt es zusätzich noch im Brustbereich. Sehr praktisch gerade für kleinere Kinder.

Insektenschutzgitter und Sonnenschutz

Die vordere Front des Wagens ist komplett mit einem Insektengitter ausgestattet. Das leistet sowohl im Wald gegen Stechmücken als auch als Fahrradanhänger gute Dienste für die Kinder. Zusätzlich kann ein Sonnenschutz zu 2/3 bzw. ein separater Regenschutz komplett über das Insektengitter gerollt werden, so dass die Kleinen sowohl bei nassem Wetter als auch bei starker Sonne in Ruhe und friedlich im Wagen sitzen oder schlafen können. Beide Abdeckungen sind oben befestigt und lassen sich mit einem Reiß- bzw. Klettverschluss beliebig variieren oder auch ganz oben aufgerollt fixieren.

Kindersportwagen oder Kraxe? Ein Vergleich!

Wenn es zum Wandern geht entscheidet ja meist das Ziel und die beschaffenheit der Tour darüber, welche Ausrüstung man mitnimmt. Das gilt sowohl für anspruchsvolle alpine Bergtouren als auch für die Wochenend-Wanderung mit der Familie. Insbesondere muss man bei den Kinderwanderungen ja darauf achten, die Bedürfnisse der Kleinen zu kennen und voraus zu planen. Lieber etwas mehr Proviant und Wasser dabei, als nach der halben Tour quengelige Kids durch den Wald zu schleppen…

Schau dir dazu auch gern unsere Packliste für eine Tageswanderung mit Kindern oder die Ideensammlung für Spiele beim Wandern an.

Die große Frage die sich uns zu Beginn gestellt hat war:

Brauchen wir einen „Zweisitzer“ Kindersportwagen zum Wandern oder reicht uns die Kraxe?

Denn unser großer Sohn wandert oft schon super selbst und der Kleine passt noch perfekt in die Kraxe. Daher möchte ich euch im Folgenden mal mitnehmen und über unsere Erfahrungen berichten und was die Unterschiede sind, wenn man nur mit Kraxe unterwegs ist oder stattdessen den Kindersportwagen dabei hat.

Variante 1: Zwei Kinder und eines in der Kraxe

Der größte Vorteil liegt direkt auf der Hand: Man ist sehr flexibel in der Wahl der Wandertour und muss nicht darauf achten ausreichend breite Waldwege ohne Kuhgatter zu wählen. Kleine steile Pfade, Jägersteige, Kuhweiden mit Zaun, kurze Kletterpassagen oder schmale Brücken. All das ist mit der Kraxe ohne Probleme machbar, sofern die anderen wandernden Kinder die Hindernisse und die Wegsteigung schon selbst schaffen.

Familie beim Wandern mit Kraxe und Rucksack
Wandern mit Kindern – Kraxe und Rucksack

Der Nachteil an dieser Variante: die Wegstrecke und Steigung muss vollständig auf das „schwächste“ selbst wandernde Gruppenmitglied abgestimmt sein. Entsprechend kommt es hier oft vor, dass bestimmte Touren, die man als erwachsener selbst gern machen würde, aus dem Raster fallen, weil sie entweder zu lang oder zu anstrengend wären.

Vom Transportvolumen das man hier mitnehmen kann ist man wie gewohnt auf den Stauraum der Kraxe und bei zwei Erwachsenen auf einen weiteren Rucksack beschränkt. Und auch wenn das größere Kind dann irgendwann mal müde wird hat man gern die Diskussion warum der Kleine nun getragen wird. Unfair! ;-)

Variante 2: Zwei Kinder und den Zweisitzer-Kindersportwagen

Wenn keine Kraxe dabei ist, sondern die kleineren Kinder im Wagen sitzen können, macht man auch trotz müder Kinder noch Strecke. Oft brauchen Sie einfach mal so eine Pause oder mchen Mittagsschlaf. Die Kinder schlafen, die Erwachsenen wandern!

Primärer Nachteil dieser Variante: Die Wegstrecke muss zu 100% kinderwagentauglich sein. Jedes kurze aber zu schmale Wegstück, jede Kuhweide ohne Tor und jede Leiter führt fast ohne Ausnahme zum Abbruch der Tour. Hier ist also vorab genügend sorgfältige Planung nötig um keine Überraschungen zu erleben. Am liebsten sind uns spannnede schmale Wege, die trotzdem noch kindersportwagentauglich sind. Breite Forstwege können auch mal dabei sein, aber sind für Kinder oft langweilig.

Der Stauraum den man im Kindersportwagen zur Verfügung hat ist großartig und bringt einige Erleichterungen mit sich. Neben einer Picknickdecke, ausreichend Trinken, Essen, Regenjacken, etc. kann man notfalls auch noch ein paar Spielsachen, einen Ball oder Bücher für die kleinsten Teilnehmer mitnehmen. Platz ist hier kein Problem. Wir sparen uns oft sogar die Rucksäcke oder nehmen nur einen Rucksack mit.

Wenn es mal darum geht eine insgesamt längere Strecke zu bewältigen, kann das große Kind für einen Teil des Wegs mit in den Wagen sitzen. Gut eignet sich diese Variante wenn der Kleine definitiv einen Mittagsschlaf braucht und das größere Kind ebenfalls noch nicht die ganze Tour laufen kann. So können die Kleinen eine Mittagspause machen während die Eltern in zügigem Tempo weitergehen können.

Variante 3: Zwei Kinder, eine Kraxe und einen Zweisitzer-Wagen

Man kommt sich mit dem ganzen Material zwar vor wie auf einer Expedition, hat aber auch alle Vorteile der beiden Geräte. Wenn man auf die Tour sowohl die Kraxe als auch den Kindersportwagen mitnimmt kann man, sofern es die Tourenplanung zulässt, eine tolle Kombination aus langer Strecke und spannenden Abstechern realisieren.

  • Mit dem Wagen wird Strecke gemacht, auch lange Touren werden plötzlich möglich
  • Zwischendurch einen Abstecher mit der Kraxe auf schmalen Pfaden zum Gipfel
  • Der Wagen wird geparkt, unnötiges Proviant und Material bleibt darin
  • Der Rückweg ist zügig und entspannt, beide Kinder können im Wagen ausruhen

Mit dem kleinen Kind im Wagen geht es zuerst mal zügig voran auf breiten Wegen und relativ langweiligen Forststraßen. Irgendwann stellen wir den Wagen ab, satteln um auf die Kraxe und wenden uns den spannenden schmalen Jägersteigen zu. Auf dem Rückweg können die müden Kinder im Wagen schlafen oder ausruhen. Eine wunderbare lange Tagestour mit Gipfelerlebnis und zufriedenen Kindern – wir sind happy!

Größter Vorteil ist natürlich die Flexibilität eine lange Tour planen zu können, die trotzdem schmale Pfade und ein Gipfelerlebnis beinhaltet. Als Nachteil darf man den Tross nicht unterschätzen den man dauerhaft mit sich herumschleppt. Aber insgesamt durchaus empfehlenswert für den Zeitraum, wenn die Kinder noch sehr unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse haben.

Fazit

Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Kidgoo 2 Pro als Wanderbegleiter. Durch die großen Räder packt er auch unebene Wege mit viel Wurzelwerk sehr gut. Der Griff ist komplett mit Schaumstoff gepolstert und angenehm zu halten.

Die Abdeckung mit Sonnenblende und Fliegengitter ist ideal für das Mittagsschläfchen und lässt sich ansonsten auch mit verschiedenen Gummis festmachen oder komplett unter einer kleinen Tasche verstauen und festmachen.

Die 5-Punkt-Gurte finden die Kinder angenehm und haben sich nie beschwert, das etwas drückt. Allerdings ist der Gurt für das große Kind (4 Jahre und ca. 100cm groß) etwas knapp. Unser großer Sohn passt zwar noch gut rein, wir würden uns wünschen, dass dieser gerade zum Anschnallen etwas mehr Luft hätte, so dass man das Kind leichter anschnallen könnte.

Besonders die Handbremse mit Fußpedal ist sehr geschickt wenn man auch am Berg mal kurz eine Pause braucht, den Kindersportwagen abstellen will und eine freie Hand zum Trinken braucht. Schnell und praktisch nutzbar und man kann sich sehr gut auf den Halt der Bremse verlassen.

An ganz schmalen Engstellen wird es durch die Breite des Wagens komplizierter – lässt sich aber meistens durchs aufstellen aufs Vorderrad gut meistern. Wir hatten bisher keine Stelle an welcher der Wagen nicht durch eine Person gehandhabt werden konnte.

Qeridoo Kidgoo 2 Pro

649 €
9.6

Funktion & Bedienung

10.0/10

Lieferumfang

10.0/10

Design & Optik

10.0/10

Preis-Leistung

8.5/10

Vorteile

  • Fuß-Handbremse
  • stabiler Lauf
  • Flexibel fürs Wandern oder Fahrradfahren nutzbar

Nachteile

  • Länge der Anschnallgurte für größere Kinder könnte mehr Spielraum haben

Als Begleiter zum Wandern, insbesondere mit zwei kleinen Kindern ist der Qeridoo Kidgoo 2 Pro sehr gut geeignet.

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