Ein Erfahrungsbericht von Wander-Mama „Emma“

Die Sommerferien stehen vor der Tür und in diesem Jahr fahren mein Mann und ich endlich mal wieder in die Berge – mit unseren drei Kindern. Die letzten Jahre hatten wir uns bewusst für Urlaub am Strand entschieden, doch nun denke ich, dass auch unser Jüngster mit seinen fünf Jahren alt genug ist, unsere Leidenschaft für das Bergwandern kennenzulernen. Ich freue mich riesig, endlich wieder Bergluft zu schnuppern, die saftigen Almwiesen zu queren, das sanfte Läuten der Kuhglocken zu hören und auf der Hütte gemütlich eine Brotzeit zu genießen.

Wenn die Kinder den Weg und das Tempo vorgeben bleiben alle gut gelaunt...
Wenn die Kinder den Weg und das Tempo vorgeben bleiben alle gut gelaunt…

Im Vorfeld mache ich mir viele Gedanken, ob das mit dem Wandern mit unserer Rasselbande überhaupt klappen wird. Der Zwölfjährige ist zur Zeit nicht immer bester Laune und pubertiert vor sich hin, die Neunjährige ist sehr bewegungsfreudig und eigentlich immer offen für Neues und der Jüngste ist wie ein Überraschungsei – man weiß nie, was einen konkret erwartet. Ich nehme mir vor, meine Ansprüche nicht so hoch zu schrauben, einen Tag Pause zwischen den Touren ist ein absolutes Muss. Zudem erkundige ich mich schon im Voraus nach geeigneten Wanderungen und ob alle Pfade wie angegeben begehbar sind.

einen Tag Pause zwischen den Touren ist ein absolutes Muss

Nichts schmälert die Motivation so sehr wie ein ungeplanter Umweg, der Zeit und Nerven kostet! Dazu ist es wichtig, genügend Zeit einzuplanen und auch die ein oder andere zusätzliche Rast am Bach oder anderen ansprechenden Plätzen zu erlauben. Im Rucksack werden neben ausreichend Trinken und gesunden Snacks auch süße Bestechungsversuche auf die Kids warten – hier ziehe ich alle Register, was meinen Mann schon während meiner Vorbereitungen köstlich amüsiert. Mal sehen, wer zuletzt lacht…

Wandern mit Geschwistern und Freunden macht doppelt so viel Spaß!
Wandern mit Geschwistern und Freunden macht doppelt so viel Spaß!

Wie motiviere ich die Rasselbande?

Inzwischen sind wir in unserem familienfreundlichen Hotel in Österreich angekommen. Gleich am ersten Tag entdecke ich an der Rezeption sogenannte Wanderpässe, in denen man Stempel an verschiedenen Hütten sammeln und nach einer Woche den Pass gegen eine kleine Überraschung und ein Wanderabzeichen eintauschen kann. Da nehme ich doch direkt drei mit und erkläre meinen staunenden Kids, dass sie für jede Tour, die sie erfolgreich absolvieren, belohnt werden. Klingt doch erstmal super – auch für die Kinder. Da es sehr heiß werden soll, haben wir unsere erste Wanderung entlang eines Baches und durch den Wald geplant. Nicht, dass die Laune schon am ersten Tag wegen zu großer Hitze in den Keller rauscht…

Die erste Stunde läuft wie von selbst … dann kommt das erste „Mama, wie lange noch?“

Früh am Morgen ziehen wir mit einem etwas maulenden Zwölfjährigen (wer steht denn bitte im Urlaub so früh auf?!) und dem Rest der Bande los. Die erste Stunde läuft wie von selbst, dann stellt der Fünfjährige die Frage nach dem „Wie lange noch?“. Soll ich ihm wirklich sagen, dass er gerade erst ein Drittel des Weges geschafft hat? Nein, ich entscheide mich dazu, ihm etwas zu trinken anzubieten und durch das Fernglas die Hütte zu zeigen, die unser Ziel sein wird. Nachdem ich ihm noch ein Eis versprochen habe und ein Foto vom dortigen Wasserspielplatz präsentieren kann, stapft er zunächst weiter. Unsere Tochter ist wie erwartet mit Feuereifer dabei, ihr scheint es als Motivation zu reichen, schneller als ihre Brüder am Ziel anzukommen und den ersten Stempel zu sichern. Das Pubertier hingegen sieht den Sinn der ganzen Unternehmung nicht und verweist immer wieder auf das Freibad, das im Tal zu sehen ist. Wir versprechen, am nächsten Tag dorthin zu gehen. Außerdem bekommt er die Aufgabe, die heutige Tour in Bildern festzuhalten – ein Job, der ihm offensichtlich zusagt und den er den gesamten Urlaub beibehält. Nach einer ausgiebigen Pause am Bach mit Steine sammeln und Füße kühlen erreichen wir zwei Stunden und fünf kleine Gummibärentüten später die toll gelegene Hütte. Wie versprochen gibt es die Stempel, für jeden ein Eis und eine deftige Brotzeit. Na also, war doch gar nicht so schlimm…

Balancieren und Geschicklichkeitsspiele während dem Wandern
Balancieren und Geschicklichkeitsspiele während dem Wandern

Wir halten es in diesem Urlaub so, dass im Wechsel ein Tag gewandert wird und ein Tag das Programm von den Kindern bestimmt werden darf. Mit diesem Wissen motivieren sich die Kids und legen beachtliche Strecken zurück. Wir entdecken Ameisenhaufen, sammeln Steine, Wanderstöcke und Schnecken. Der Wanderpass füllt sich und am Ende der Woche gibt es zur Belohnung ein Wanderabzeichen und dem jeweiligen Alter angepasst ein kleines Geschenk… Nächstes Jahr gehen wir wieder wandern, sogar die Kids sind damit einverstanden.

Was kannst Du während des Wanderns mit Deinen Kids spielen?

Es bietet sich an ein ganzes Repertoire an Spielen und Ablenkungsideen für die Kids im Kopf zu haben, damit man im Falle des Falles dann schnell neue Motivation herbeizaubern kann.

Motivationsidee 1: Entdecken

Während des Wanderns kannst Du Dein Kind gut damit beschäftigen, etwas zu entdecken. Am besten funktioniert das in einem kleinen Wettstreit: Wer entdeckt als Erster den nächsten Wasserfall, Ameisenhaufen, Kletterer, Adler? Auch das Spiel „Ich sehe etwas, was Du nicht siehst“ eignet sich beim Laufen.

Motivationsidee 2: Verstecken und Fangen

Witzig ist auch das Versteckspiel während des Wanderns. Der Papa wird einfach mal voraus geschickt und versteckt sich irgendwo am Wegesrand, die Kids kommen mit der Mama hinterher und müssen Papa finden.

Wettrennen und Verstecke als Zeitvertreib auf einer langweiligen Wanderung
Wettrennen und Verstecke als Zeitvertreib auf einer langweiligen Wanderung

Motivationsidee 3: Tiere und Geräusche

Auch Tiergeräusche raten bietet sich im Wald an. Häufig sind zum Beispiel viele verschiedene Vogelstimmen zu hören, die zugeordnet werden müssen. Auch einen Bach, den Wind oder andere Geräusche der Bäume gibt es im Wald zu entdecken.

Motivationsidee 4: Jäger und Sammler

Insbesondere für Mädchen ist es schön, viele verschiedene Blumen zu pflücken. Am Ziel angekommen, kann aus dem Strauß ein wunderschöner Haarkranz geflochten werden. Für die alle Kinder eignen sich Steine, Schnecken und Stöcke die besonders schön oder krumm sind. Auch die Idee aus allen gesammelten Dingen beim nächsten Regentag ein Wald-Schraat oder ein Spielhaus zu basteln lässt sich gut ins Wandern einflechten.

Motivationsidee 5: Lieder und Geschichten

Gemeinsames Singen oder den Kids eine Geschichte erzählen – all das kann eine für Kinder schier endlos wirkende Wanderung abwechslungsreicher gestalten.

 

Weitere Tipps findest du bei Steffi von Outdoorkid, Ute vom Zwerg am Berg, der Little Travel Society und ADailyTravelMate im Detail.

Habt ihr auch noch weitere Ideen und Motivationstipps die uns hier fehlen. Lasst es uns wissen und schreibt einen Kommentar!

 

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